Nobody tells you this part about planning a wedding

Wenn Hochzeitsplanung plötzlich emotionaler wird, als ihr gedacht habt

Ruhiger Moment beim Getting Ready vor der Hochzeit

Wenn man sich verlobt, denkt man bei Hochzeitsplanung wahrscheinlich erst einmal an die schönen Dinge.

Locations anschauen. Das Kleid finden. Save the Dates verschicken. Blumen aussuchen. Pinterest Boards erstellen und sich langsam vorstellen, wie dieser eine Tag irgendwann aussehen wird.

Worüber irgendwie viel weniger gesprochen wird:

Hochzeitsplanung kann ganz schön emotional sein. Und zwar nicht immer auf die schöne Art.

Plötzlich haben Menschen Meinungen, von denen ihr gar nicht wusstet, dass sie welche haben.

Freunde reagieren vielleicht anders als erwartet.

Familienmitglieder möchten bei Entscheidungen mitreden.

Das Budget sorgt für Diskussionen.

Menschen, bei denen ihr fest davon ausgegangen seid, dass sie an eurer Seite stehen, enttäuschen euch vielleicht.

Und irgendwann sitzt man da und fragt sich:

Bin ich gerade wirklich eine Bridezilla oder darf mich das einfach nerven?

Plötzlich hat jeder eine Meinung zu eurer Hochzeit

„Aber Tante XY müsst ihr doch einladen.“

„Das könnt ihr den Gästen doch nicht zumuten.“

„Warum heiratet ihr denn so weit weg?“

„So viel Geld für einen Fotografen?“

„Früher hat man das aber anders gemacht.“

Und mein persönlicher Favorit:

„Also ICH würde das ja nicht so machen.“

Cool.

Zum Glück ist es auch nicht deine Hochzeit.

Natürlich gibt es Menschen, die es einfach gut meinen. Gerade Eltern oder Großeltern verbinden mit einer Hochzeit vielleicht ganz andere Vorstellungen als ihr.

Trotzdem darf irgendwann auch die Frage kommen:

Wessen Hochzeit planen wir hier eigentlich?

Grenzen setzen macht euch nicht zur Bridezilla

Ich finde den Begriff Bridezilla sowieso schwierig.

Natürlich gibt es Verhalten, das nicht okay ist. Dienstleister schlecht behandeln, unrealistische Erwartungen haben oder davon ausgehen, dass sich ein Jahr lang das Leben aller anderen ausschließlich um die eigene Hochzeit drehen muss, gehört sicherlich dazu.

Aber eine Meinung zu eurer eigenen Hochzeit zu haben?

Nein sagen?

Nicht jeden zusätzlichen Gast einladen wollen?

Keine Kinder bei der Hochzeit möchten?

Traditionen weglassen, die sich für euch nicht richtig anfühlen?

Das macht euch nicht schwierig.

Es bedeutet erst einmal nur, dass ihr Entscheidungen für eure eigene Hochzeit trefft.

Und manchmal gehört zur Hochzeitsplanung eben auch dazu, auszuhalten, dass nicht jeder diese Entscheidungen genauso treffen würde.

Auch Freundschaften können plötzlich kompliziert werden

Das ist wahrscheinlich einer der unangenehmsten Teile.

Vielleicht habt ihr euch vorgestellt, dass eure Freundinnen genauso excited sind wie ihr.

Vielleicht habt ihr bestimmte Erwartungen an Trauzeugen.

Vielleicht kommt jemand nicht zum Junggesellinnenabschied.

Vielleicht sagt jemand kurzfristig ab.

Oder ihr merkt während der Planung, dass eine Person, von der ihr eigentlich Unterstützung erwartet habt, euch gerade eher zusätzlichen Stress macht.

Das kann wehtun.

Vor allem, weil eine Hochzeit emotional sowieso so aufgeladen ist.

Ich glaube aber, dass man sich immer wieder bewusst machen darf:

Andere Menschen erleben eure Hochzeit nicht mit derselben Intensität wie ihr.

Für euch ist es vielleicht gerade eines der größten Themen in eurem Leben.

Für eure Freunde ist gleichzeitig Montag. Sie haben Arbeit, Beziehungen, Kinder, Termine, Probleme und ihr eigenes Leben.

Das bedeutet nicht automatisch, dass ihnen eure Hochzeit egal ist.

Und gleichzeitig bedeutet Verständnis für andere auch nicht, dass ihr jede Enttäuschung einfach schlucken müsst.

Beides darf gleichzeitig wahr sein.

Und manchmal läuft einfach etwas schief

Ihr könnt noch so gut planen.

Vielleicht antwortet ein Dienstleister plötzlich wochenlang nicht.

Eine Location ändert Rahmenbedingungen.

Jemand sagt kurzfristig ab.

Euer Wunschdienstleister ist schon gebucht.

Das Wetter sieht sieben Tage vor eurer Outdoor Hochzeit plötzlich katastrophal aus.

Oder irgendein Detail, über das ihr euch seit Monaten Gedanken gemacht habt, funktioniert auf einmal nicht mehr.

Das fühlt sich in dem Moment riesig an.

Und meistens ist es das im Gesamtbild der Hochzeit gar nicht.

Das ist übrigens etwas, das ich durch meine Wedding Planner Weiterbildung und meine Arbeit immer wieder mitnehme:

Gute Hochzeitsplanung bedeutet nicht, dass niemals etwas schiefgeht.

Das kann euch niemand versprechen.

Gute Planung bedeutet vielmehr, dass nicht jedes Problem automatisch zu eurem Problem werden muss.

Ihr müsst nicht jeden glücklich machen

Das ist vielleicht der schwierigste Punkt von allen.

Ihr könnt eine Hochzeit planen, bei der eure Eltern glücklich sind.

Eure Freunde.

Eure Großeltern.

Eure Gäste.

Eure Trauzeugen.

Und irgendwann stellt ihr fest, dass ihr selbst bei jeder Entscheidung nur noch darüber nachdenkt, was andere davon halten könnten.

Dabei gibt es wahrscheinlich keine Hochzeit, bei der 80 oder 100 Menschen jede einzelne Entscheidung genauso getroffen hätten.

Jemand hätte lieber ein Buffet gehabt.

Jemand findet freie Trauungen zu lang.

Jemand mag die Musik nicht.

Jemand hätte lieber an einem anderen Tisch gesessen.

Und jemand findet vielleicht sogar eure Blumen nicht schön.

That's okay.

Eure Hochzeit ist keine Umfrage.

Versucht, euch immer wieder an den Anfang zu erinnern

Warum macht ihr das eigentlich?

Nicht für Pinterest.

Nicht für Instagram.

Nicht für eure Eltern.

Und auch nicht, damit am nächsten Morgen jeder Gast sagt, dass das die beste Hochzeit war, auf der er jemals gewesen ist.

Ihr heiratet einen Menschen, mit dem ihr euer Leben verbringen möchtet.

Alles andere baut ihr um diesen Moment herum.

Natürlich soll die Hochzeit wunderschön werden.

Natürlich dürft ihr euch Gedanken über Details machen.

Natürlich dürft ihr hohe Ansprüche an Dinge haben, für die ihr viel Geld bezahlt.

Aber wenn die Planung irgendwann nur noch Stress auslöst, darf man auch einmal kurz fragen:

Macht uns diese Entscheidung unsere Hochzeit gerade wirklich schöner?

Und wenn die Antwort Nein ist, darf man sie vielleicht auch einfach loslassen.

Your wedding should still feel like you

Vielleicht ist das am Ende sowieso das Wichtigste.

Ihr müsst keine Hochzeit planen, die jedem gefällt.

Ihr solltet eine Hochzeit planen, bei der eure Gäste irgendwann sagen:

Das war einfach so die beiden.

Und wenn auf dem Weg dahin ein paar Menschen eine andere Meinung haben, ein Plan geändert werden muss oder nicht jedes Detail so funktioniert, wie ihr es euch vor zwölf Monaten vorgestellt habt, dann ist das okay.

Ihr seid deshalb keine schlechte Bride.

Keine Bridezilla.

Und eure Hochzeit ist deshalb auch nicht weniger perfekt.

Sie wird einfach eure.

Und genau so sollte es sein.

Vivien Opoku Weddings | Wedding Planning, Location Scouting & Wedding Day Coordination

Weiterlesen

Wenn der Druck vor allem von Instagram und Pinterest kommt, lest Your wedding doesn't have to look like Pinterest. Und warum gerade die Gästeliste so oft zu Konflikten führt, erkläre ich in The guest list isn't just a list of names.

Geschrieben von

Vivien Opoku

Wedding Planner & Founder of Vivien Opoku Weddings