Your wedding doesn't have to look like Pinterest

Wenn Social Media plötzlich bestimmt, wie eure Hochzeit aussehen „sollte“

Individuell gestaltete Hochzeitstafel mit hohen Fenstern in Hamburg

Ich liebe Pinterest.

Und Instagram.

Und ja, auch TikTok.

Ich könnte wahrscheinlich Stunden damit verbringen, mir Hochzeiten anzuschauen. Lange Dinner Tables irgendwo in Italien, riesige Blumeninstallationen, perfekt abgestimmte Stationery, Champagnertürme, Content Creator, Outfit Changes und diese eine Trauung irgendwo in der Toskana, bei der scheinbar auch noch zufällig genau zum Sonnenuntergang das perfekte Licht da war.

Das Problem ist nur:

Irgendwann schaut man nicht mehr nach Inspiration. Man fängt an zu vergleichen.

Und plötzlich fühlt sich die Hochzeit, auf die man sich eigentlich seit Monaten freut, irgendwie nicht mehr genug an.

Seit wann braucht eigentlich jede Hochzeit einen Champagnerturm?

Ich glaube, Social Media hat unsere Vorstellung davon, wie eine Hochzeit aussehen „sollte“, ziemlich verändert.

Man sieht nicht eine Hochzeit.

Man sieht jeden Tag die schönsten drei Sekunden aus hundert verschiedenen Hochzeiten.

Die außergewöhnlichste Floristik.

Das schönste Getting Ready.

Die coolste Papeterie.

Das emotionalste First Look Video.

Die perfekt gedeckte Tafel.

Und aus diesen hundert einzelnen Highlights baut sich irgendwann im Kopf eine Hochzeit zusammen, die eigentlich kaum existieren kann.

Denn was man meistens nicht sieht:

Was hat diese Hochzeit gekostet?

Wie viele Gäste waren eingeladen?

Was wurde nur für ein Shooting inszeniert?

Welche Dinge waren Kooperationen?

Was hat hinter den Kulissen vielleicht überhaupt nicht funktioniert?

Und vor allem:

Wollte das Paar all diese Dinge eigentlich wirklich oder sehen sie einfach nur verdammt gut auf Instagram aus?

Inspiration ist toll. Bis sie zu einer Checkliste wird.

Natürlich sollt ihr euch inspirieren lassen.

Ich mache das selbst ständig.

Moodboards sind für mich ein super Tool, um herauszufinden, welche Atmosphäre ein Paar für seine Hochzeit möchte.

Problematisch wird es meiner Meinung nach erst dann, wenn aus Inspiration irgendwann Erwartungen werden.

Wir brauchen besondere Stationery.

Wir brauchen einen Wedding Content Creator.

Wir brauchen einen Outfit Change.

Wir brauchen personalisierte Menükarten.

Wir brauchen einen Champagnerturm.

Wir brauchen diese riesige Blumeninstallation über der Tafel.

Aber...

Braucht ihr das wirklich?

Oder habt ihr es einfach oft genug gesehen?

Pinterest kennt euer Hochzeitsbudget nicht

Das ist vielleicht der größte Reality Check.

Pinterest zeigt euch Ideen.

Pinterest zeigt euch aber nicht die Rechnung dazu.

Diese riesige Floristik über einer langen Dinner Table kann wunderschön aussehen. Sie kann aber auch einen ziemlich großen Teil eures gesamten Floristikbudgets kosten.

Diese besonderen Stühle, die perfekt zum Konzept passen, müssen vielleicht für 100 Gäste angemietet, geliefert, aufgebaut und wieder abgeholt werden.

Und dieses wunderschöne Welcome Dinner am Abend vor der Hochzeit ist eben nicht einfach „noch Pizza mit unseren Gästen“.

Es ist eine zusätzliche Veranstaltung.

Das bedeutet nicht, dass ihr auf all diese Dinge verzichten solltet.

Ganz im Gegenteil.

Wenn euch eine Sache wirklich wichtig ist, finde ich es total sinnvoll, dafür bewusst Budget einzuplanen.

Aber dann vielleicht lieber:

Eine Sache, die sich wirklich nach euch anfühlt, statt zehn Dinge, von denen Social Media euch erzählt hat, dass ihr sie braucht.

Eure Hochzeit muss nicht „content worthy“ sein

Das sage ich als jemand, der selbst Hochzeiten auf Social Media zeigt.

Natürlich liebe ich schöne Details.

Natürlich freue ich mich über ein tolles Tablescape.

Und natürlich finde ich es schön, wenn eine Hochzeit am Ende auch auf Bildern wahnsinnig gut aussieht.

Aber eure Hochzeit ist kein Content Piece.

Ihr müsst keinen Moment einbauen, nur weil er später ein gutes Reel ergibt.

Ihr müsst keine Farbpalette wählen, weil sie gerade trendet.

Und ihr braucht auch kein Detail, nur damit jemand beim Scrollen denkt:

„Wow.“

Die Menschen, die an diesem Tag wichtig sind, scrollen nicht durch eure Hochzeit.

Sie sind da.

Vielleicht sieht eure Traumhochzeit viel einfacher aus

Vielleicht wollt ihr gar keine 100 Gäste.

Vielleicht braucht ihr keine fünf Programmpunkte.

Vielleicht ist euch eine lange Tafel mit gutem Essen wichtiger als aufwendige Dekoration.

Vielleicht wollt ihr nach der Trauung einfach drei Stunden mit euren Freunden draußen sitzen, trinken und reden.

Vielleicht wollt ihr keine Hochzeitstorte.

Vielleicht wollt ihr keinen First Dance.

Vielleicht findet ihr Bridesmaids Dresses einfach unnötig.

Oder vielleicht wollt ihr genau die komplette Pinterest Wedding mit Floristik überall, personalisierten Details und drei Tagen Programm.

Auch cool.

Der entscheidende Unterschied ist:

Macht ihr es, weil ihr es liebt oder weil ihr das Gefühl habt, dass eine Hochzeit heute eben so aussieht?

Trends verschwinden. Eure Erinnerungen bleiben.

Das klingt vielleicht ein bisschen cheesy, aber ich glaube wirklich, dass das wichtig ist.

Wenn ihr in zwanzig Jahren eure Hochzeitsbilder anschaut, werdet ihr wahrscheinlich nicht darüber sprechen, ob eure Serviettenfarbe 2027 gerade im Trend war.

Ihr werdet euch daran erinnern, wer neben euch saß.

Wie ihr euch vor der Trauung gefühlt habt.

Wer bei einer Rede geweint hat.

Welcher Song lief, als plötzlich alle auf der Tanzfläche waren.

Vielleicht auch daran, dass irgendetwas komplett anders gelaufen ist als geplant und heute genau deshalb eine eurer Lieblingsgeschichten ist.

Die schönsten Hochzeiten sind für mich deshalb auch nicht automatisch die mit dem größten Budget oder den spektakulärsten Details.

Es sind die, bei denen man irgendwann denkt:

Of course they did it like this. That's so them.

Unfollow is also an option

Und noch etwas, was vielleicht banal klingt:

Wenn euch Wedding Content irgendwann mehr stresst als inspiriert, hört auf, ihn anzuschauen.

Speichert nicht noch 200 weitere Ideen.

Ihr müsst sechs Wochen vor eurer Hochzeit nicht plötzlich euer komplettes Konzept infrage stellen, weil irgendeine Bride auf TikTok eine Idee hatte, die ihr vorher noch nie gesehen habt.

Ihr dürft irgendwann sagen:

Unsere Hochzeit steht. Wir lieben sie. That's enough.

Social Media kann ein unglaublich schöner Ort für Inspiration sein.

Aber es sollte euch Ideen geben.

Keine Unsicherheit.

Plan a wedding that feels like you

Ich glaube, das ist sowieso eines der größten Komplimente, die man einem Hochzeitspaar machen kann.

Nicht:

„Das sah aus wie auf Pinterest.“

Sondern:

„Das war einfach so ihr.“

Genau danach würde ich planen.

Nehmt die Inspiration mit.

Speichert die Dinge, die euch wirklich berühren.

Gebt Geld für das aus, was euch wichtig ist.

Lasst Trends weg, die sich nicht nach euch anfühlen.

Und baut daraus eine Hochzeit, bei der ihr nicht darüber nachdenken müsst, ob sie im Feed von jemand anderem gut aussehen würde.

Sie muss sich für euch gut anfühlen.

Vivien Opoku Weddings | Wedding Planning, Location Scouting & Wedding Day Coordination

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Geschrieben von

Vivien Opoku

Wedding Planner & Founder of Vivien Opoku Weddings