What is your wedding actually worth to you?

Über Hochzeitsbudgets, persönliche Prioritäten und die Frage, wofür wir unser Geld eigentlich ausgeben möchten.

Zwei goldene Eheringe zwischen weißen Rosen und zarten grünen Knospen im Brautstrauß – Hochzeitsbudget planen nach persönlichen Prioritäten

Wie viel darf eine Hochzeit eigentlich kosten? 10.000 Euro? 20.000 Euro? 50.000 Euro? Oder vielleicht sogar noch mehr?

Ich glaube, kaum eine Frage beschäftigt Paare zu Beginn ihrer Hochzeitsplanung so sehr wie die nach dem Budget. Und gleichzeitig finde ich, dass wir dabei häufig die eigentlich viel interessantere Frage vergessen: Was ist uns unsere Hochzeit persönlich überhaupt wert?

Denn natürlich ist Geld ein wichtiger Faktor. Eine Hochzeit ist für viele Paare eine der größten privaten Ausgaben, die sie bis dahin gemeinsam tätigen. Und gerade wenn man anfängt, sich mit Locations, Catering, Fotografie, Floristik und all den anderen Dingen zu beschäftigen, merkt man ziemlich schnell, wie viel Geld hinter einer einzigen Feier stecken kann.

Aber ich glaube, bevor man sich über einzelne Preise Gedanken macht, sollte man sich erst einmal fragen, was man mit diesem Tag eigentlich verbinden möchte.

It's not about how much you spend. It's about what matters to you.

Vielleicht träumt ihr schon seit Jahren davon, mit all euren Freunden und eurer Familie eine riesige Hochzeit zu feiern. Mit einer Liveband, einem wunderschönen Dinner und einer Party, die erst in den frühen Morgenstunden endet.

Vielleicht ist euch aber auch die Vorstellung viel lieber, irgendwo in Italien an einer langen Tafel zu sitzen, mit zwanzig Menschen, die euch besonders nahestehen. Ein gutes Glas Wein, Kerzenlicht, ein paar persönliche Worte und ganz viel gemeinsame Zeit.

Und vielleicht möchtet ihr eigentlich gar keine große Feier, sondern lieber standesamtlich heiraten und das Geld anschließend in eine längere Reise oder euer gemeinsames Zuhause investieren.

Ich finde, all diese Vorstellungen haben ihre Berechtigung. Keine davon ist automatisch romantischer, wertvoller oder richtiger als die andere.

Und genau deshalb halte ich es für schwierig, Hochzeitsbudgets miteinander zu vergleichen, ohne die Wünsche und Lebensumstände der jeweiligen Paare zu kennen.

Für das eine Paar sind 15.000 Euro eine enorme Investition, für die lange gespart werden muss. Für ein anderes Paar sind 40.000 Euro finanziell gut machbar. Und selbst wenn beide Paare über dasselbe Budget verfügen, bedeutet das noch lange nicht, dass sie ihr Geld für dieselben Dinge ausgeben möchten.

Warum wir manchmal Geld für Dinge ausgeben, die uns gar nicht wichtig sind

Was ich an der Hochzeitsbranche spannend finde, ist, wie stark unsere Vorstellungen davon beeinflusst werden, was wir um uns herum sehen.

Wir scrollen durch Instagram, speichern Bilder auf Pinterest und entdecken immer wieder neue Ideen. Plötzlich wirkt eine bestimmte Art von Floristik unverzichtbar, obwohl wir uns vorher kaum Gedanken über Blumen gemacht haben. Oder wir sehen eine aufwendig gestaltete Hochzeitspapeterie und fragen uns, ob unsere eigenen Einladungen vielleicht doch etwas zu schlicht sind.

Dazu kommen Erwartungen von außen. Vielleicht wünschen sich die Eltern eine traditionelle Feier, bestimmte Verwandte erwarten eine Einladung oder im Freundeskreis wurde zuletzt sehr groß geheiratet.

Und irgendwann kann es passieren, dass man Entscheidungen trifft, die weniger mit den eigenen Vorstellungen zu tun haben als mit dem Gefühl, dass eine Hochzeit eben so aussehen sollte.

Aus psychologischer Sicht ist das gar nicht ungewöhnlich. Wir orientieren uns an anderen Menschen, vergleichen uns und lassen uns davon beeinflussen, was in unserem Umfeld als schön, angemessen oder erstrebenswert gilt.

Das bedeutet nicht, dass Inspiration etwas Schlechtes ist. Ganz im Gegenteil. Ich liebe schöne Hochzeitskonzepte und finde es toll, wenn Paare Ideen entdecken, auf die sie selbst vielleicht nie gekommen wären.

Aber ich glaube, es lohnt sich, zwischendurch ganz bewusst zu hinterfragen, ob man etwas wirklich möchte oder ob man einfach nur das Gefühl bekommen hat, dass es dazugehören muss.

Denn gerade bei einer Hochzeit können solche Entscheidungen schnell mehrere Hundert oder sogar Tausend Euro ausmachen.

The things you'll actually remember.

Wenn ich darüber nachdenke, woran man sich nach einer Hochzeit erinnert, sind es häufig gar nicht die Dinge, für die man am meisten Geld ausgegeben hat.

Vielleicht ist es die Rede der besten Freundin, bei der plötzlich alle lachen und gleichzeitig ein bisschen weinen müssen. Vielleicht der Moment, in dem man seinen Partner zum ersten Mal sieht. Oder das Gefühl, am späten Abend mit den liebsten Menschen draußen zu sitzen und zu merken, dass man gerade überhaupt nicht möchte, dass dieser Tag endet.

Natürlich können auch schöne Blumen, ein besonderes Kleid oder eine außergewöhnliche Location Teil dieser Erinnerungen sein. Und wenn euch genau diese Dinge wichtig sind, dann dürfen sie selbstverständlich auch einen entsprechenden Platz in eurem Budget bekommen.

Ich würde deshalb niemals pauschal sagen, dass man bei der Dekoration sparen oder lieber mehr Geld für Fotografie ausgeben sollte. Denn was für das eine Paar unverzichtbar ist, spielt für das andere vielleicht kaum eine Rolle.

Was ich allerdings wichtig finde, ist, dass man diese Entscheidungen bewusst trifft.

Wenn euch gutes Essen und eine entspannte Atmosphäre besonders wichtig sind, dann darf das Catering einen großen Teil eures Budgets ausmachen. Wenn ihr euch schon immer eine bestimmte Fotografin gewünscht habt, ist es vielleicht genau die richtige Entscheidung, dafür an anderer Stelle etwas weniger auszugeben.

Und wenn ihr am liebsten drei Tage mit euren Gästen verbringen möchtet, kann es sinnvoller sein, in ein gemeinsames Hochzeitswochenende zu investieren als in einzelne Details, die euch persönlich gar nicht so viel bedeuten.

Brautpaar im persönlichen Moment – Erinnerungen, die beim Hochzeitsbudget planen wirklich zählen

Eine Hochzeit ist keine Investition, die sich finanziell auszahlen muss

Ich finde, man darf bei Hochzeiten auch ehrlich darüber sprechen, dass das Geld, das man für diesen Tag ausgibt, danach erst einmal weg ist.

Eine Hochzeit ist keine klassische finanzielle Investition, bei der man am Ende einen materiellen Gegenwert erhält. Natürlich bleiben die Fotos, vielleicht die Ringe und einige Erinnerungsstücke. Aber der größte Teil des Budgets fließt in Dienstleistungen, Atmosphäre und gemeinsame Erlebnisse.

Und genau das kann unglaublich wertvoll sein.

Wir geben schließlich auch Geld für Reisen, Konzerte, gutes Essen oder andere Erfahrungen aus, weil sie unser Leben bereichern und uns etwas bedeuten. Nicht, weil wir erwarten, dass wir dieses Geld irgendwann zurückbekommen.

Gleichzeitig sollte eine Hochzeit nicht dazu führen, dass man sich finanziell übernimmt oder danach jahrelang unter einer Entscheidung leidet, die eigentlich etwas Schönes sein sollte.

Ich glaube, die richtige Balance liegt irgendwo dazwischen. Sich bewusst etwas gönnen zu dürfen, ohne dabei die eigenen finanziellen Möglichkeiten aus den Augen zu verlieren.

Und vielleicht ist genau das auch ein guter Moment, um als Paar einmal ganz offen über Geld zu sprechen. Darüber, welche Ausgaben sich für beide richtig anfühlen, wo unterschiedliche Prioritäten liegen und wie viel finanzielle Sicherheit man sich für die Zeit nach der Hochzeit erhalten möchte.

Was kostet eigentlich ein Gefühl?

Eine Frage, die ich mir bei der Hochzeitsplanung immer wieder stelle, ist, was wir mit bestimmten Ausgaben eigentlich erreichen möchten.

Wenn sich ein Paar beispielsweise eine außergewöhnliche Location wünscht, geht es häufig nicht nur um die Architektur oder die Größe des Raumes. Vielleicht geht es um das Gefühl, mit allen Gästen an einem Ort zu sein. Um einen Garten, in dem man bis spät abends draußen sitzen kann. Oder um die Vorstellung, morgens gemeinsam aufzuwachen und den Tag ganz entspannt beginnen zu können.

Wenn man diese Wünsche genauer betrachtet, entstehen manchmal ganz neue Möglichkeiten.

Vielleicht braucht es gar nicht die teuerste Villa, sondern einen kleineren Ort mit genau der richtigen Atmosphäre. Vielleicht ist eine lange, wunderschön gedeckte Tafel unter freiem Himmel viel näher an der eigenen Vorstellung als ein aufwendig dekorierter Festsaal.

Und vielleicht bedeutet Luxus für euch nicht, möglichst viel zu haben, sondern euch an eurem Hochzeitstag um möglichst wenig kümmern zu müssen.

Gerade deshalb finde ich eine gute Planung so wichtig. Nicht, weil jede Hochzeit besonders aufwendig sein muss, sondern weil es darum geht, die vorhandenen Möglichkeiten sinnvoll einzusetzen.

Liebevoll gedeckte Hochzeitstafel – Hochzeitskosten bewusst nach Prioritäten einsetzen

A beautiful wedding doesn't need everything.

Ich glaube, eine der größten Herausforderungen bei der Hochzeitsplanung besteht darin, Entscheidungen zu treffen und dabei auch bewusst auf Dinge zu verzichten.

Denn theoretisch gibt es immer noch etwas, das man ergänzen könnte. Eine zusätzliche Blumeninstallation, eine besondere Bar, ein aufwendigeres Menü oder noch ein Programmpunkt für die Gäste.

Aber nur weil etwas möglich ist, bedeutet das nicht, dass es die eigene Hochzeit automatisch schöner macht.

Manchmal entsteht eine besondere Atmosphäre gerade dadurch, dass nicht alles gleichzeitig stattfinden muss. Dass die Gäste Zeit haben, miteinander zu sprechen. Dass ein Dinner nicht ständig unterbrochen wird. Dass zwischen den einzelnen Momenten genug Raum bleibt, um sie überhaupt wahrzunehmen.

Ich liebe Hochzeiten, bei denen man merkt, dass sich jemand Gedanken über die Details gemacht hat, ohne dass diese Details den ganzen Tag bestimmen.

Ein schön gedeckter Tisch, gutes Essen, stimmungsvolles Licht und die richtigen Menschen können manchmal viel mehr bewirken als ein Konzept, bei dem jeder einzelne Moment perfekt inszeniert werden soll.

Und das bedeutet übrigens nicht, dass eine solche Hochzeit automatisch günstig ist. Qualität, gute Dienstleister und eine durchdachte Umsetzung haben ihren Preis. Aber es bedeutet, dass man sein Budget gezielt für die Dinge einsetzen kann, die tatsächlich zur gewünschten Atmosphäre beitragen.

Warum gute Hochzeitsplanung auch eine Frage von Prioritäten ist

Wenn ich mit Paaren über ihre Hochzeit spreche, interessiert mich deshalb nicht nur, wie hoch ihr Budget ist. Mindestens genauso wichtig finde ich die Frage, was ihnen wirklich am Herzen liegt.

Was soll auf keinen Fall fehlen? Worauf könnten sie problemlos verzichten? Und wie möchten sie sich an ihrem Hochzeitstag fühlen?

Diese Fragen helfen dabei, aus vielen einzelnen Ideen ein stimmiges Gesamtkonzept zu entwickeln.

Denn eine Hochzeit besteht nicht einfach aus einer Sammlung schöner Dinge. Im besten Fall greifen die Location, das Essen, die Gestaltung, der Ablauf und die Atmosphäre ineinander und ergeben gemeinsam etwas, das zu den Menschen passt, die dort heiraten.

Als Wedding Plannerin sehe ich meine Aufgabe deshalb auch darin, Paare bei genau diesen Entscheidungen zu unterstützen. Möglichkeiten aufzuzeigen, Kosten realistisch einzuordnen und gemeinsam herauszufinden, welche Investitionen für ihre persönliche Vorstellung sinnvoll sind.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Budget auszugeben. Sondern darum, mit dem vorhandenen Budget möglichst bewusst umzugehen.

So, what is your wedding actually worth to you?

Vielleicht ist die Antwort auf diese Frage am Ende gar keine konkrete Zahl.

Vielleicht ist es die Möglichkeit, einmal im Leben alle Menschen, die man liebt, an einem Ort zusammenzubringen. Vielleicht ein ganz persönliches Versprechen in einer kleinen Runde. Vielleicht ein Wochenende voller gemeinsamer Erinnerungen.

Und vielleicht stellt ihr beim Nachdenken darüber fest, dass manche Dinge, die zunächst unverzichtbar erschienen, plötzlich gar nicht mehr so wichtig sind.

Ich glaube, eine Hochzeit darf etwas Besonderes sein. Sie darf aufwendig, elegant, ausgelassen, intim oder außergewöhnlich sein. Sie darf viel kosten, wenn es zu den eigenen Möglichkeiten und Prioritäten passt. Und sie darf genauso gut ganz bewusst schlicht gehalten werden.

Was sie meiner Meinung nach nicht sein sollte, ist ein Wettbewerb darum, wer die schönste, größte oder teuerste Feier organisiert.

Denn am Ende ist nicht entscheidend, wie viel Geld ihr ausgegeben habt.

Sondern ob ihr das Gefühl habt, dass ihr es für die richtigen Dinge ausgegeben habt.

Vivien Opoku
Founder & Wedding Planner
Vivien Opoku Weddings

Geschrieben von

Vivien Opoku

Wedding Planner & Founder of Vivien Opoku Weddings