Calabria, Italy. A different perspective on Destination Weddings.

Zehn Tage in Süditalien, drei Tage voller Hochzeitsinspiration und die Erkenntnis, dass hinter einer Destination Wedding deutlich mehr steckt als eine schöne Location.

Geöffnete Holztüren einer kalabrischen Villa mit Blick auf eine Palme, Grünfläche und das Meer.

Ende Oktober ging es für mich nach Kalabrien. Eine Region ganz im Süden Italiens, die ich bisher noch nicht aus der Perspektive einer Hochzeitsplanerin kennengelernt hatte.

Auf Einladung der Italienischen Handelskammer für Deutschland (ITKAM) durfte ich an einer organisierten Delegationsreise teilnehmen, einem sogenannten Familiarization Trip, kurz Fam-Trip.

Das Konzept dahinter: Hochzeitsplaner und andere Fachleute aus der Branche bekommen die Möglichkeit, eine Destination persönlich kennenzulernen, verschiedene Locations zu besichtigen und Kontakte zu lokalen Dienstleistern aufzubauen.

Drei Tage lang hatten wir ein ziemlich volles Programm. Insgesamt habe ich zehn Tage in Süditalien verbracht, da ich meinen Aufenthalt anschließend noch privat verlängert habe.

So konnte ich neben den organisierten Besichtigungen auch die Region selbst etwas besser kennenlernen. Denn wenn ich Paaren eine Hochzeit im Ausland empfehle, interessiert mich nicht nur, wie schön eine Location aussieht. Ich möchte auch wissen, wie es sich anfühlt, dort Zeit zu verbringen, welche Möglichkeiten es für Gäste gibt und wie die Organisation vor Ort funktioniert.

Für mich kam diese Reise genau zum richtigen Zeitpunkt. Mit Vivien Opoku Weddings möchte ich zukünftig verstärkt Hochzeiten in Italien planen und besonders mein Netzwerk in Süditalien weiter ausbauen.

Italy beyond the obvious.

Wenn man an eine Hochzeit in Italien denkt, fallen einem wahrscheinlich zuerst die Toskana, der Comer See oder die Amalfiküste ein.

Verständlicherweise. Diese Regionen sind wunderschön und haben sich längst als beliebte Destinationen für internationale Hochzeiten etabliert.

Kalabrien steht dagegen bei den wenigsten Paaren ganz oben auf der Liste.

Dabei hat die Region einiges zu bieten. Sie liegt an der Spitze des italienischen Stiefels, zwischen dem Tyrrhenischen und dem Ionischen Meer. Entlang der Küste wechseln sich Strände und kleine Buchten ab, während man im Landesinneren historische Dörfer, Berge und weite Landschaften findet.

Was mir besonders gefallen hat, waren die vielen unterschiedlichen Eindrücke auf relativ kurzer Strecke.

In einem Moment steht man in einem kleinen Dorf zwischen jahrhundertealten Steinhäusern, wenig später blickt man von einer Terrasse auf das Meer.

Und natürlich gehört auch das Essen dazu. Lange Abendessen, regionale Spezialitäten, guter Wein und eine Gastfreundschaft, die ich während unserer Reise immer wieder erlebt habe.

Vieles ist hier noch weniger auf den internationalen Hochzeitstourismus ausgerichtet als in anderen italienischen Regionen.

Für Paare, die sich eine etwas andere Hochzeit in Italien vorstellen, kann genau das interessant sein. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass manche Dinge mehr Organisation erfordern.

Historisches kalabrisches Dorf an einem Hang mit Blick über Landschaft und Meer.

Three days exploring Calabria's wedding scene.

Während des offiziellen Programms haben wir verschiedene Orte rund um Catanzaro, entlang der Küste und im Landesinneren besucht.

Auf dem Programm standen historische Anwesen, elegante Villen, kleinere Boutique-Hotels und Locations, die teilweise ganz unterschiedliche Hochzeitskonzepte ermöglichen.

Einige waren auf größere Veranstaltungen ausgerichtet, andere eigneten sich eher für kleinere, persönliche Feiern.

Besonders interessant fand ich die Möglichkeiten für mehrtägige Hochzeiten.

Denn wenn sich ein Paar entscheidet, im Ausland zu heiraten, reisen viele Gäste extra für diesen Anlass an. Warum also nur einen Abend miteinander verbringen?

Ein gemeinsames Welcome Dinner am Donnerstag oder Freitag, die Hochzeit am nächsten Tag und vielleicht noch ein entspanntes Frühstück oder ein gemeinsamer Ausflug zum Abschluss.

Solche Wedding Weekends finde ich persönlich besonders schön, weil sie viel mehr gemeinsame Zeit ermöglichen.

Unter den besichtigten Locations waren auch kleinere Hotels, in denen ein Teil der Hochzeitsgesellschaft direkt übernachten könnte. Das vereinfacht nicht nur einige organisatorische Abläufe, sondern schafft auch eine persönliche Atmosphäre.

Allerdings habe ich während der Besichtigungen auch schnell gemerkt, wie unterschiedlich die Voraussetzungen sind.

Nicht jede historische Villa verfügt über ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten. Bei manchen Locations müssen Catering, Mobiliar oder Technik zusätzlich organisiert werden. Und teilweise gibt es Einschränkungen bei der Lautstärke oder den Veranstaltungszeiten.

Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen, bevor man sich allein aufgrund schöner Bilder für eine Location entscheidet.

Pool im Garten mit Palmen, Sonnenschirmen und weißen Gartenmöbeln.

An entire Italian village for your wedding?

Ein Konzept aus Badolato ist mir besonders in Erinnerung geblieben.

Badolato ist ein historisches Dorf oberhalb der ionischen Küste. Kleine Gassen, alte Steinhäuser, Treppen und Terrassen mit Blick auf das Meer bestimmen das Ortsbild.

Hier wurde uns eine Idee vorgestellt, bei der nicht eine einzelne Villa, sondern das gesamte Dorf Teil eines Hochzeitswochenendes wird.

Die Gäste übernachten verteilt in verschiedenen Unterkünften. Der Aperitivo kann auf einer kleinen Piazza stattfinden, eine Trauung in historischer Umgebung und das gemeinsame Dinner auf einer Terrasse mit Blick auf die Küste.

Für die anschließende Party gibt es sogar die Möglichkeit, einen Beach Club einzubinden.

Ich finde die Idee, ein ganzes italienisches Dorf für ein Hochzeitswochenende zu nutzen, wirklich besonders.

Die Gäste erleben nicht nur eine Hochzeit, sondern verbringen gemeinsam Zeit an einem Ort, den sie sonst vielleicht nie besucht hätten.

Allerdings würde ich dieses Konzept auch nicht jedem Paar empfehlen.

Das Dorf liegt am Hang, hat viele Treppen und ist nicht überall barrierefrei. Für ältere Gäste, Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Familien mit kleinen Kindern kann das ziemlich unpraktisch werden.

Hinzu kommen organisatorische Fragen: Wie kommen die Gäste zu ihren Unterkünften? Wie werden die verschiedenen Programmpunkte miteinander verbunden? Und wie organisiert man den Transfer zur Party an der Küste?

Das sind alles lösbare Fragen, aber eben Dinge, die frühzeitig berücksichtigt werden müssen.

Gerade bei solchen außergewöhnlichen Konzepten zeigt sich für mich, wie wichtig eine gute Planung vor Ort ist.

Rosafarbene historische Villa mit Palmen und weißen Stuhlreihen entlang eines Mittelgangs.

What Instagram doesn't show you.

In den sozialen Medien sehen Destination Weddings meistens ziemlich unkompliziert aus.

Eine italienische Villa, lange Tafeln unter freiem Himmel, Kerzenlicht und irgendwo im Hintergrund das Meer.

Was man auf diesen Bildern nicht sieht, ist die ganze Organisation dahinter.

Während meiner Reise habe ich noch einmal gemerkt, wie wichtig es ist, die Gegebenheiten vor Ort zu kennen.

Gerade in Süditalien läuft nicht alles so, wie wir es aus Deutschland gewohnt sind.

Persönliche Kontakte spielen eine große Rolle. Nicht jeder Dienstleister hat eine ausführliche Website oder verschickt innerhalb kürzester Zeit ein detailliertes Angebot.

Manche Anbieter findet man überhaupt erst über Empfehlungen. Dazu kommen Sprachbarrieren und teilweise unterschiedliche Arbeitsweisen.

Das ist nicht grundsätzlich ein Nachteil. Für eine Hochzeit müssen Absprachen aber trotzdem verbindlich sein, Leistungen klar definiert werden und alle Beteiligten wissen, wann sie wo gebraucht werden.

Auch beim Budget sollte man genau hinschauen.

Eine Location kann zunächst überraschend günstig erscheinen. Wenn später allerdings noch Mobiliar, Servicepersonal, Technik, Transfers oder zusätzliche Veranstaltungstage dazukommen, sieht die Kalkulation schnell anders aus.

Ähnlich verhält es sich mit der Infrastruktur.

Wie weit ist der nächste Flughafen entfernt? Gibt es ausreichend Unterkünfte in der Umgebung? Braucht man Shuttlebusse? Was passiert bei schlechtem Wetter? Und welche Regelungen gelten für Musik und Veranstaltungen im Freien?

All diese Fragen beeinflussen am Ende nicht nur das Budget, sondern auch das Erlebnis für das Brautpaar und seine Gäste.

Deshalb finde ich es wichtig, bei einer Destination Wedding nicht ausschließlich nach der schönsten Kulisse zu suchen.

Eine Location muss auch zu den Menschen passen, die dort feiern möchten.

Blick von oben auf ein historisches Anwesen mit Garten und langen weißen Tafeln.

The people behind the places.

Neben den Locations waren für mich vor allem die persönlichen Begegnungen wertvoll.

Während der Reise konnten wir mit Eigentümern, Veranstaltern und verschiedenen Dienstleistern aus der Region sprechen.

Ich habe Kontakte zu Menschen aus der Floristik, dem Catering und weiteren Bereichen der Hochzeitsbranche geknüpft und erfahren, welche Möglichkeiten es vor Ort gibt.

Gerade bei der Planung im Ausland ist das ein großer Vorteil.

Es macht einen Unterschied, ob man einen Anbieter ausschließlich über seine Website kennt oder bereits persönlich mit ihm gesprochen hat.

Man bekommt ein Gefühl dafür, wie jemand arbeitet, welche Leistungen angeboten werden und welche Möglichkeiten sich vielleicht auch außerhalb der üblichen Angebote ergeben.

Besonders hilfreich fand ich die Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen den lokalen Dienstleistern.

Denn bei einer Destination Wedding geht es nicht nur darum, einzelne Anbieter zu buchen. Sie müssen auch miteinander funktionieren.

Ein Caterer muss die Gegebenheiten der Location kennen, die Floristik muss rechtzeitig geliefert werden können und für internationale Gäste müssen gegebenenfalls Transfers und weitere organisatorische Abläufe abgestimmt werden.

Natürlich ersetzt eine solche Reise keine jahrelange Erfahrung mit Hochzeiten in der Region.

Aber sie schafft eine Grundlage, auf der ich weiter aufbauen kann.

Ich kenne inzwischen verschiedene Locations persönlich, habe erste Kontakte vor Ort und kann bei zukünftigen Planungen auf konkrete Eindrücke zurückgreifen.

Teilnehmende der Reise im Gespräch an weißen Tischen bei einer Veranstaltung.
Gruppe der Delegationsreise auf Steinstufen vor einem historischen Gebäude.

From travelling to wedding planning.

Reisen war schon immer ein großer Teil meines Lebens.

Bevor ich als Lehrerin gearbeitet habe, war ich sechs Jahre als Flugbegleiterin unterwegs. In dieser Zeit habe ich viele Länder kennengelernt, mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammengearbeitet und gelernt, mich schnell auf neue Situationen einzustellen.

Vielleicht finde ich deshalb gerade die Kombination aus Reisen und Hochzeitsplanung so spannend.

Ich mag es, neue Orte kennenzulernen und herauszufinden, welche Möglichkeiten sie bieten. Gleichzeitig interessiere ich mich aber auch für die Organisation dahinter.

Wie funktioniert etwas? Was muss im Vorfeld geklärt werden? Welche Schwierigkeiten könnten entstehen und wie lassen sie sich vermeiden?

Gerade bei Destination Weddings kommen diese beiden Seiten zusammen.

Man braucht Offenheit für andere Kulturen und Arbeitsweisen, gleichzeitig aber auch Struktur, Verlässlichkeit und eine gute Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

Durch meine beruflichen Erfahrungen bringe ich dafür einige Voraussetzungen mit. Die Reise nach Kalabrien hat mir zusätzlich gezeigt, wie wertvoll persönliche Ortskenntnisse und Kontakte sind.

Denn eine Hochzeit aus Deutschland zu planen, ist etwas anderes, als die Region und die Menschen dahinter tatsächlich zu kennen.

Reisegruppe zu Fuß in einer Straße mit Geschäften und historischen Gebäuden.

Ten days in Southern Italy. What stays?

Nach den offiziellen Programmtagen hatte ich noch etwas Zeit, Kalabrien auch abseits der Hochzeitslocations kennenzulernen.

Das fand ich besonders schön, weil man während eines durchorganisierten Fam-Trips natürlich hauptsächlich von einem Termin zum nächsten unterwegs ist.

In den Tagen danach konnte ich die Region etwas entspannter erleben.

Und ich glaube, dass genau das bei einer Destination Wedding häufig unterschätzt wird.

Für die Gäste ist die Hochzeit schließlich nicht nur ein einzelner Veranstaltungstag. Viele verbinden die Reise mit einem kleinen Urlaub, möchten die Umgebung erkunden, lokale Restaurants ausprobieren oder ein paar Tage am Meer verbringen.

Deshalb finde ich es wichtig, bei der Wahl einer Hochzeitsdestination auch über die eigentliche Location hinauszudenken.

Was kann man in der Umgebung unternehmen? Wie gut ist der Ort erreichbar? Lohnt es sich, länger zu bleiben? Und passt die Region überhaupt zu den Vorstellungen des Paares?

Kalabrien bietet dafür ganz unterschiedliche Möglichkeiten, von kleinen Küstenorten über historische Dörfer bis hin zu Stränden und Ausflügen ins Landesinnere.

Gleichzeitig muss man wissen, dass nicht jede Ecke touristisch perfekt erschlossen ist. Je nach Unterkunft und Reiseplanung kann beispielsweise ein Mietwagen sinnvoll oder sogar notwendig sein.

Für mich gehört auch diese Perspektive zu einer guten Destination-Wedding-Planung.

Weißer Teller mit mehreren angerichteten Speisen und Gemüse.

What's next?

Ich bin mit vielen neuen Eindrücken, Kontakten und Ideen aus Kalabrien zurückgekommen.

Die Reise hat mir gezeigt, wie vielseitig diese Region ist und welches Potenzial sie für Hochzeiten bietet.

Besonders interessant finde ich Kalabrien für Paare, die sich eine persönliche Feier in Italien wünschen, vielleicht sogar über mehrere Tage, und offen dafür sind, eine weniger bekannte Region kennenzulernen.

Natürlich möchte ich mich weiterhin auch mit anderen Teilen Italiens beschäftigen. Besonders Süditalien bietet noch viele Orte, die ich gerne genauer kennenlernen und zukünftig in meine Arbeit einbeziehen möchte.

Kalabrien war dafür ein wichtiger Anfang.

Ich habe die ersten Locations selbst besichtigt, Kontakte geknüpft und ein besseres Verständnis dafür bekommen, worauf es bei der Planung vor Ort ankommt.

Und ich freue mich darauf, dieses Wissen in zukünftige Hochzeitsplanungen einfließen zu lassen.

Mehr zu meiner Arbeit mit Hochzeiten in Italien findet ihr unter Destination Weddings.

Vivien Opoku
Founder & Wedding Planner